Wir fordern ein Denkmal für die Opfer des Hexenwahns in Aschaffenburg!

Wir, die Erstunterzeichner dieses Appells, haben die Initiative zur Errichtung eines Denkmals für die Opfer des Hexenwahns an einer zentralen Stelle in unserer Stadt ergriffen. Wir meinen, dass eine Gedenktafel (wie vom Stadtrat beschlossen) angesichts des Leidens und Sterbens  hunderter  unschuldiger Menschen der Bedeutung des furchtbaren historischen Geschehens  nicht gerecht werden kann.

In einem ersten Schritt werden wir  am Gasthaus „Goldener Karpfen“ eine Tafel zur Erinnerung an Margarethe Rücker, die ehemalige Wirtin des Gasthauses anbringen. Sie wurde  am 19. November 1611 nach langer Haft und grausamen  Folter-Verhören als „Hexe“ in Aschaffenburg enthauptet und verbrannt und steht damit stellvertretend für die vielen Opfer des Hexenwahns. Aus diesem Anlass wird am 19. Dezember im „Goldenen Karpfen“ in einer öffentlichen Veranstaltung der Film „1,6%“ von Lucas Kraus, Jochen Ecke und Maria Matlok gezeigt.  Der Film erinnert u.a. an die  30.000 Gulden,  die als „Hexengelder“ in den Bau des Aschaffenburger Schlosses geflossen sind.

Die Tafel für Margarethe Rücker wird zunächst als Provisorium angebracht. Wir fordern die Stadt auf, dieses  danach  durch eine Metall-Tafel zu ersetzen sowie unsere Forderung nach einem zentralen Denkmal  zu realisieren. Ein solches Zeichen der Mahnung und Erinnerung ist von besonderer, aktueller Bedeutung  in einer Zeit, in der erneut tausende von Menschen einem  religiös verbrämten Terrorfeldzug ohnegleichen zum Opfer fallen.

Aschaffenburg, 13. November 2014

Erstunterzeichner: Johannes Büttner, Peter Gemeinhardt, Lucas Kraus, Maria Matlok, Carsten Pollnick, Rosi Ruf, Frank Sommer

Wir unterstützen diesen Apell:

Wolfgang Helm, Kriemhild Wahlig, Jutta Koch, Anita Müller, Kurt Orschler, Udo Bert, Birgit Strenzke, Peter Schößler, Mechthild Schößler, Die Linke (Kreisverband Aschaffenburg), Georg Liebl, ...